2026 Walchsee: Meine Mitteldistanz-Premiere – Jasmin

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Da die Hitze einfach nicht nachließ, wurden alle anvisierten Zeiten schon vor dem Start über Bord geworfen. Das neue Ziel war klar: so lange wie möglich Spaß haben!

Durch das Neo-Verbot war die Nervosität am Tag vor dem Rennen und auch am Rennmorgen noch einmal deutlich höher. Nach einem kurzen Einschwimmen hatte ich aber ein gutes Gefühl und konnte entspannt an den Start gehen.

Für das Schwimmen hatte ich mir vorgenommen, konsequent meinen eigenen Rhythmus zu schwimmen und mich nicht von schnelleren Athleten verleiten zu lassen. Schließlich war das Rennen noch lang. Zufrieden, dass ich mich an meinen Plan gehalten hatte, ging es aufs Rad.

Die Radstrecke war einfach traumhaft: eine gigantische Landschaft und ein bergiges Profil, das mir richtig lag. Erst auf der zweiten von zwei Runden machte sich die Hitze bemerkbar. Bis dahin empfand ich die Bedingungen sogar als angenehm. Jetzt hieß es: nicht überpacen und an jeder Verpflegungsstation den Kopf mit kaltem Wasser kühlen. Kurz vor dem Ende der 80 Kilometer noch einmal verpflegt und nach 2:40:03 ging es glücklich und immer noch gut gelaunt auf die 21 Kilometer lange Laufstrecke rund um den See, mitten in der Mittagssonne.

Jetzt zeigte die Hitze allerdings, was sie konnte.

Zunächst fand ich schnell meine geplante Pace von 4:30 min/km. Mir war aber klar, dass es unter diesen Bedingungen schwer werden würde, dieses Tempo durchzuhalten. Das Wichtigste war jetzt: kühlen, kühlen, kühlen. An jeder Gelegenheit habe ich versucht, meinen Kopf herunterzukühlen. Dafür habe ich auch bewusst Tempo herausgenommen oder kurz angehalten.

Drei der vier Laufrunden funktionierte das richtig gut und ich hatte weiterhin jede Menge Spaß. Bei jeder Verpflegungsstation habe ich mich bei den Helfern, Zuschauern und Anwohnern für jede Erfrischung bedankt. Das war wirklich Gold wert. Von einem Zuschauer habe ich sogar unbeabsichtigt einen kleinen Schluck Weißwein abbekommen. Das hat die Stimmung definitiv noch einmal aufgehellt. 😉

In der letzten Runde ging es dann nur noch darum, das Tempo irgendwie zu halten. Die Beine wurden extrem schwer, die Arme arbeiteten nicht mehr richtig mit und die Hitze gab mir den Rest. Besonders die letzte 90°-Wende kurz vor dem Zieleinlauf tat in den Oberschenkeln noch einmal richtig weh.

Danach ging es fast nur noch geradeaus. Also hieß es: alles geben und noch so viele Athleten wie möglich einsammeln. Tatsächlich wurde der letzte Kilometer mit einer Pace von 4:18 min/km sogar mein schnellster des gesamten Halbmarathons.

Total kaputt, aber überglücklich kam ich im Ziel an. Meine erste Mitteldistanz war geschafft!

Mein persönliches Ziel habe ich erreicht: Ich hatte über weite Strecken richtig viel Spaß im Rennen. Dass am Ende zusätzlich noch Platz 4 in der Altersklasse herausgesprungen ist, macht mich umso glücklicher.

Verfasser: Jasmin