Challenge Kaiserwinkl-Walchsee 2026 – am heißesten Tag des Jahres

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Der sogenannte Hitzedom (Heat Dome) sorgte in den vergangenen Tagen für neue Temperaturrekorde. Die Hitzewelle brachte nicht nur die Thermometer an ihre Grenzen, sondern auch viele Veranstalter: In ganz Deutschland wurden Stadtfeste, Konzerte, Sportveranstaltungen und Freizeitangebote abgesagt, verschoben oder kurzfristig angepasst.

Auch die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee reagierte auf die außergewöhnlichen Bedingungen. Nebenveranstaltungen wurden vorverlegt und ein Teil der Samstagsrennen abgesagt. Für das Hauptrennen am Sonntag wurden auf der Radstrecke zusätzliche Wassersprenger installiert und auf der Laufstrecke eine weitere Verpflegungsstation eingerichtet. Schon vor dem Start war klar: Heute gewinnt nicht nur der Schnellste, sondern auch derjenige, der mit der Hitze am besten umgehen kann.

Der TVM war mit zwei Athletinnen und fünf Athleten in den Disziplinen Aquabike, Halbdistanz und Staffel vertreten.

Am Sonntagmorgen folgte dann die wenig überraschende Ansage: 25,9 °C Wassertemperatur. Also Schwimmen ohne Neopren. Für viele kein Problem, für mich schon eher. Ausgerechnet meine Angstdisziplin sollte ich zum ersten Mal auf der Halbdistanz ohne den vertrauten Gummianzug absolvieren.

Nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr war meine Strategie schnell definiert: Vernünftig bleiben. Lieber etwas Reserven lassen, als wie 2025 auf den letzten Kilometern den Stecker gezogen zu bekommen. Mein Ziel lautete deshalb: Trotz der langsameren Schwimmzeit mindestens die Endzeit des Vorjahres erreichen.

Auch bei der Verpflegung wurde nachjustiert. Deutlich mehr trinken war Pflicht. Ein Bidon alle 20 Kilometer auf dem Rad sollte es werden. Außerdem verabschiedete ich mich von den Energieriegeln. Bei dieser Hitze fühlten sich Lutsch-Drops einfach deutlich angenehmer an.

Das Schwimmen verlief dann genau wie erwartet. Angenehm warmes Wasser, erstaunlich wenig Hektik und kein großes Gedränge. Schnell war es zwar nicht, aber dafür entspannt. In der ersten Wechselzone gab es erst einmal eine großzügige Portion Sonnencreme, bevor es aufs Rad ging. Direkt zu Beginn wurde getrunken, dazu eine Salztablette, denn heute sollte nichts dem Zufall überlassen werden.

Die Organisatoren hatten sich beim Thema Abkühlung wirklich etwas einfallen lassen. Entlang der Radstrecke wartete nahezu jede Variante der Wasserverteilung: meterlange Wassernebel aus Feuerwehrschläuchen, Rasensprenger, Gartenschläuche und Wasserspritzen. Wer hier trocken blieb, musste sich schon aktiv darum bemühen.

Die erste Runde führte noch teilweise durch schattige Abschnitte. In der zweiten Runde nahm der Gegenwind zu. Trotzdem fühlte sich die Luft erstaunlich trocken an, fast so, als wäre es gar nicht so heiß. Erst auf dem Rückweg über die vollständig in der Sonne liegende B172, als der Wind endlich von hinten kam und kräftig anschob, wurde mir bewusst, wie viel Flüssigkeit ich inzwischen verloren hatte. Der Fahrtwind kühlte zwar angenehm, ließ aber vergessen, wie sehr der Körper arbeitete. Umso willkommener war der nächste Helfer mit dem Wasserschlauch, der mir kurzerhand eine Komplettdusche verpasste.

In der zweiten Wechselzone gab es noch ein Gel, eine weitere Salztablette und den letzten Rest aus dem Bidon. Dann ging es auf die Laufstrecke.

Der Lauf verlief fast exakt nach Plan: Die Anstiege kontrolliert gehen, auf den flachen Abschnitten wieder anlaufen. An jeder Verpflegungsstation das gleiche Ritual: Wasser, Cola, Wasser. Dazu ein nasses Tuch in den Nacken und jede Dusche mitnehmen, die sich unterwegs anbot. Schönheitspreise waren an diesem Tag ohnehin nicht zu gewinnen.

Am Ende zeigte die Uhr sogar eine schnellere Zeit als 2025. Schneller als geplant. So schnell sogar, dass unser privater Fotograf den Zieleinlauf verpasste. Irgendwie ist das vielleicht auch ein Kompliment.

Fazit: Der Plan ist aufgegangen. Keine Hitzekrise, kein Einbruch und am Ende sogar schneller als im Vorjahr. Mehr kann man sich an einem der heißesten Wettkampftage des Jahres kaum wünschen.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisation der Challenge Kaiserwinkl-Walchsee und an die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer. Bei diesen Temperaturen waren sie mindestens genauso gefordert wie wir Athletinnen und Athleten. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrer Motivation und den unzähligen Wasserduschen haben sie dieses Rennen überhaupt erst möglich gemacht.

Ergebnisse Challenge Kaiserwinkl-Walchsee

  • Melanie belegte im Aquabike (1,9 km Schwimmen / 90 km Rad) mit einer Zeit von 4:04:50 Stunden den 2. Platz ihrer Altersklasse.
  • Jasmin erreichte über die Halbdistanz (1,9 km Schwimmen / 90 km Rad / 21,1 km Laufen) in 5:09:37 Stunden einen starken 4. Platz ihrer Altersklasse.
  • Marcus finishte die Halbdistanz in 6:09:39 Stunden und belegte Platz 43 seiner Altersklasse.
  • Werner erreichte nach 7:19:38 Stunden das Ziel und sicherte sich den 4. Platz seiner Altersklasse.
  • Die Staffel mit Marc und Matijas kam nach 5:42:32 Stunden ins Ziel und belegte Platz 25.
  • Jörg musste seinen Wettkampf nach einem Kettenbruch bereits sechs Kilometer nach Beginn der Radstrecke zwar vorzeitig beenden. Aufgeben kam für ihn dennoch nicht infrage: Er zog kurzerhand die Laufschuhe an und absolvierte die abschließende Laufstrecke trotzdem.

Triathlon Landshut

  • Wolfgang gewann über die Olympische Distanz in 2:52:59 Stunden souverän seine Altersklasse und sorgte damit für einen weiteren TVM-Erfolg an diesem außergewöhnlich heißen Wettkampfwochenende.

Verfasst von werner