Bericht vom Welzheimer- Triathlon 2021

Wie fühlt sich ein Triathlon nach so langer Zwangspause an?

Kaum zu glauben – endlich wieder Triathlon. Das Gefühl vor dem Start ist ganz schön mulmig. Schon im Jahr 2019 startete ich mit Achillessehnenproblemen mit angezogener Handbremse. Wieder gesund, doch dann kam zum Jahresanfang 2020 Corona. Wer hätte geglaubt, dass die Triathlonsaison dann komplett ausfällt und an geordnetes Training nicht zu denken war. Immerhin durften wir noch Radeln und Laufen. Doch so ganz allein und ohne Ziele war die Motivation nicht all zu groß. Zu virtuellen Wettkämpfen fehlte mir Lust und elektronische Technik.

Das Jahr 2021 begann dann in Sachen Corona nicht besser wie das alte Jahr aufgehört hatte. So etwas gab es noch nie. Es fehlt nicht nur das Training sondern vor allem die Gemeinschaft – ob in der Familie, bei der Arbeit oder unserem geliebten Sport. Im ersten Halbjahr stand im Triathlonkalender dann auch immer nur - abgesagt! Doch mit sinkendem Inzidenzwert wagten die Organisatoren von Welzheim die Durchführung – zuerst angekündigt mit Einzelstart und Wechselzone beim eigenen Auto und jeweils separat gestoppten Disziplinen. Dann kam die Nachricht in 20er-Blöcken und bis zum Wettkampftag war alles wie immer, mit Wechselzone und 4 großen Startblöcken mit je 80 Teilnehmern. Natürlich galten die AHA-Regeln und 3-G-Regeln sowie Maskenpflicht im Wechsel- und Startbereich. Auch keine Verpflegungsstellen – nur Eigenverpflegung.

Mit nahendem Wettkampf stieg die Nervosität – klappt es noch. Immerhin fand die Woche vor dem Wettkampf auch wieder unser Schwimmtrainig statt – schön Euch alle wieder zu sehen – und zumindest nach einem Jahr schwimmloser Zeit noch 2 x Wasserkontakt vor dem Wettkampf. Am Wettkampftag hätte ich dann noch fast verschlafen – hatte den Wecker überhört, doch mich weckte die innerer Uhr.

Dann stand ich pünktlich in Welzheim. Der komplette Wettkampf findet mit allen Wechseln jetzt am Aichstruter Stausee statt. Im Jahr 1986 begann in Welzheim hier meine „Triathlonkarriere“. Ich war fast so nervös, wie bei meinem ersten Wettkampf. Doch bestes Triathlonwetter. Wassertemperatur 19 Grad – Erleichterung – mit Neo! Optisch und gefühlt fast alles wie immer! Beim Check-In unser Vereinskamerad Jürgen Kaub als Kampfrichter. In der Wechelzone treffe ich unser früheres Vereinsmitglied Sven Fehler. Die netten Bekanntschaften gehören auch zum Triathlon. Durchs Programm führt wie schon immer in gewohnter Manier Achim Seiter – doch kann man bei Covid 19 rosa Haare bekommen? Die Menschen und heißen Maschinen sind startbereit. In Anbetracht der beschrieben Ausgangslage war die innere Stimmung bei mir jedoch eher nach dem Motto – dabei sein ist alles!

In der 4. Startgruppe mit roten Badekappen stürzten wir uns ins kalte Nass – wirklich eiskalt – mir bleibt fast der Atem weg – gefühlt 15 Grad Wassertemperatur - so benötige ich die 600 Meter Schwimmen, um mich an die Kälte zu gewöhnen.

Dann auf´s Rad – ich habe es noch nicht erwähnt – mein neues Aerobike. Doch es fährt doch nicht von allein, sodass mir am Berg der Gedanke kommt, ob es für mich nicht Zeit wird, für ein E-Bike. Doch wie gesagt – die Sonne scheint und die Strecke von 27 Kilometer durch den Welzheimer Wald ist landschaftlich traumhaft.

Die neue Laufstrecke hat auch einige Berge, doch im Trimtrab kann/muss ich die Strecke von 7,5 Kilometer durch Wald und Wiesen genießen. Zur Belohnung gibt es im Ziel das begehrenswerte Shirt - Finisher 2021 ! Es ist wahr!

Die Siegerehrung muss leider ausfallen, wegen Corona (da denke ich an die Stadien der Fußball-EM). Doch ich habe nichts versäumt. Wie ich daheim in der Ergebnisliste lese, wieder mal Vierter, ich glaube von Vier.

Doch es war schön! Endlich wieder Triathlon!

Doch jetzt ist es auch wirklich an der Zeit für Tempotraining und mehr Umfang – den im August ruft der Breisgau-Triathlon auf der Mitteldistanz! Da sollte mein Motto mehr sein, als nur dabei sein.