Die Wettbewerbe fanden beim Heilbronner Triathlon in der City erstmals unter dem Label der Challenge-Family statt. Aus dem Team des TV Markgröningen starteten vier Aktive. Ignacio Horica und Tobias Keller wagten sich das erste Mal auf die Mitteldistanz. Joachim Hambücher trat zur Titelverteidigung der Baden-Württembergischen Meisterschaft an. Uschi Mühlbauer startete olympisch.

Pre Race

Was bringt die Mitgliedschaft in der Challenge-Family? Eine perfekte Organisation mit roten Teppichen - dies gab es aber auch schon als Citytriathlon in Sparkassenfarben. Dafür war das Startgeld noch etwas teurer. Eigentlich starte ich lieber in familiären Wettbewerben als bei den großen Events der Szene. Doch es ging bei mir um die BaWü und es ist schon ein Erlebnis "mitteninderstadt" mit dem erlauchten Kreis der Top-Triathleten Svenja Bazlen, Anja Beranek, Daniela Sämmler, Laura Philipp und der Queen of Kona Natascha Badmann und bei den Herren mit Andi Dreitz, Sebastian Kienle, Nils Frommhold, Michael Raelert, Maurice Clavel und Andi Böcherer an den Start zu gehen. Trotzdem geht es im großen Tria-Zirkus noch familiär zu, denn die Weltklasseathleten haben keine "Berührungsängste".

Bei einer Starterzahl von 1250 auf der Mitteldistanz, knapp 540 auf der Olympischen und 200 auf der Volksdistanz und 50 Staffeln benötigt man bei der Startnummernausgabe im Rathaus Geduld. Die Schlange geht bis auf die Hauptstraße – Wartezeit eine Stunde – doch mit den umstehenden Athleten gibt es genug Gesprächsstoff und als Belohnung gibt es einen schicken Challenge-Rucksack.

Auf der Mitteldistanz ist Check-In am Samstag. Die Wechselzone ist erstmals in einem Parkhaus – ein Labyrinth bis man seinen Platz gefunden hat und bis man weiß, wo es im Wettkampf lang gehen soll. Da alle die gleichen Wege haben, geht es vier Stockwerke das Treppenhauses aufwärts, das Rad schiebend über drei Plattformen abwärts bis man aufsteigen kann und das gleiche beim Wechsel vom Rad zum Laufen natürlich rückwärts. Doch es ist alles wohl geordnet und von oben trocken.

Rahmenprogramm sind EXPO – Triathlon-Spezialmesse, die Nudelparty in der Kolbenschmid-Arena (Eishalle) mit Schwäbischen Maultaschen und eine Welcome-Party mit Vorstellung der Profis. Da steigt die Spannung!

Raceday

Impressionen vom Schwimmen

Die Temperaturen sind für Juni eher kühl und das Wetter durchwachsen. Doch zum Start am Sonntag zeigt sich das Wetter von seiner guten Seite und die Wassertemperatur des Neckararms ist mit 19 Grad Celsius nahezu angenehm. In der Mitteldistanz starten fünf Gruppen im Abstand von jeweils 10 Minuten. Um 9.00 Uhr starten alle Profis mit roten Badekappen, dann gelb, Ignacio startet in der dritten Gruppe in grün, Tobias und ich sind um 9.30 Uhr Blaukappen.

Die Schwimmstrecke im Neckar ist eine Wendepunktstrecke. In der Ausschreibung wird auf gewisse gesundheitliche Risiken hingewiesen und das Schlucken von Wasser sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Auf Grundlage dieser Information kann jeder Athlet eigenverantwortlich die Entscheidung über seine Teilnahme treffen; nun gut! Der Start erfolgt beim Theaterschiff über ein akustisches Signal. Im gewohnten Getümmel geht es 950 Meter gegen die leichte Strömung bis zur Wendeboje und leicht getrieben zurück. Die Orientierung ist ganz einfach.

Nachdem alle Markgröninger Triathleten nach guten Schwimmzeiten, dank Wolfgang's Training, aus dem Wasser gefischt werden, geht's durch das Labyrinth Experimenta-Parkhaus. In der Wechselzone ist Vorsicht angesagt, denn es ist spiegelglatt.

Die Radstrecke führt kupiert durch's schöne Zabergäu zwischen Wald und Reben. Die Mitteldistanzler fahren bei Zaberfeld 2 Runden. Wir haben auf der Strecke ja schon bei unserem Freiwassertraining geprobt. Die Strecke von 90 Kilometer hat etwas mehr als 1000 Höhenmeter. An der gemeinsten Steigung steht anfeuernd die halbe Triathlonabteilung des TVM am Straßenrand, da will man keine Blöße zeigen. Auf den letzten Kilometern zum Ziel kann man leicht bergab und mit Rückenwind noch etwas an der Durchschnittsgeschwindigkeit feilen.

Nach dem Labyrinth im Parkhaus in Gegenrichtung geht es mit dicken Beinen auf die Laufstrecke. Bei der Olympische Distanz über 2 Runden a 5 km und im Challenge Half ist die Laufstecke mit 7 km dreimal zu durchlaufen. Die Runde führt durch die City und anschließend schattig am Neckarufer entlang … über 7 Brücken musst du gehen!

Finish

Uschi im Ziel

Der Zieleinlauf ist auf dem Marktplatz und führt in Schlangenlinien auf dem roten Teppich durch den Zielbogen, so um die zwei Stunden hinter dem Überraschungssieger Andi Böcherer. Bei den Damen gewinnt Laura Philipp. Als Belohnung bekommt jeder eine Medaille und ein Finishershirt. Für unsere beiden Rookies auf der Mitteldistanz Ignacio und Tobias natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Für mich reicht es leider nicht ganz zur Titelverteidigung, doch mit dem zweiten Platz hinter dem ehemaligen Top-Triathlet Günter Dittes, den ich aus meinen Anfangszeiten im Triathlon vor knapp 30 Jahren noch kenne, bin ich doch sehr zufrieden. Als Preis gibt es noch eine Silbermedaille und ein rotes Sparkassenhandtuch mit der Aufschrift "Gut". Als krönende "Belohnung" hatte ich noch ein nettes Gespräch mit Natascha Badmann. Es ging über die Erfahrung und Gefühle als Senior im Triathlon. Nur gut!

Begegnung mit der Queen of Kona Natascha Badmann BSi

Siegerehrung der Altersklassensieger

Hier die Zeiten:

Uschi Mühlbauer: "Ich hatte mich in einer winterlichen Begeisterung in Heilbronn angemeldet, so quasi unter dem Motto 'man muss sich Ziele setzen …'. Doch es kamen erhebliche Zweifel, als im April und Mai die Zeit für's Training rapide dahinschwand. Also setzte ich aufs Finishen, egal in welcher Zeit und bin nun sehr zufrieden, die Olympische Distanz in 3.08 h gut geschafft zu haben. Und auch ein bisschen stolz, mit so geringem Training immer noch im Mittelfeld zu liegen."

Was mich bei jedem Triathlon immer wieder begeistert, ist die Kameradschaft. Man kommt schnell ins Gespräch, spornt sich gegenseitig an oder beglückwünscht sich. Und dann ist da das tolle Gefühl, dazuzugehören und gemeinsam mit den anderen Athleten diesen Wettkampf geschafft zu haben.

Schön war es auch, im Ziel gleich meine drei Mannschaftskollegen Tobias, Joachim und Ignacio zu treffen und von ihren Erfahrungen auf der Mitteldistanz zu hören. Mein persönliches Fazit zu diesem Tag: Erschöpft, aber glücklich!!!