Im August heißt es sich zu entscheiden – wo starte ich? Beim Allgäu-Triathlon oder beim Breisgau Triathlon. Leider überschneiden sich die Termine, nachdem vor Jahren die Organisatoren vom kultigen Wettkampf in Immenstadt auch in den August gewechselt sind, um so den großen Langdistanzwettkämpfen in Frankfurt und Roth auszuweichen. Bis dahin startete ich fast jedes Jahr bei diesen Mitteldistanzen – bei beiden schon über 20 Mal.

Nachdem unser ehemaliges Vereinsmitglied Martin Reichert im Breisgau im Orga-Team ist und ich bei ihm mein Basislager einrichten kann, favorisiere ich für mich den Wettkampf im Badischen. Auch wird dort die Baden-Württembergische Meisterschaft ausgetragen. Es sind beides sehr schöne und perfekt organisierte Veranstaltungen.

Nachdem in der Triathlonwelt nach der einschränkenden Coronazeit wieder alles normal läuft, plante ich mal wieder eine Mitteldistanz. Im letzten Jahr musste ich aus persönlichen Gründen am Wettkampftag abreisen und auf den Wettkampf verzichten.

Doch auch dieses Jahr verhinderte eine zugezogene Wadenverletztung den Start auf der mittleren Distanz. Ich wollte aber auf alle Fälle dabei sein und meldete mich für den Sprint an. Die Spannung war groß, ob ich nach einer erzwungenen Laufpause von über 4 Wochen die 5 Kilometer schmerzfrei schaffen würde.

Bei bestem Wetter stürzten sich die Athleten wieder im gewohnten Massenstart in den Riegeler Baggersee. Bei den Temperaturen der letzten Wochen natürlich ohne NEO, wobei ich in meiner Altersklasse mittlerweile mit der „Schwimmhilfe“ starten dürfte. Bis zur ersten Boje war es ein heftiges Gedränge – es ging buchstäblich drunter und drüber. Doch dann fand ich Platz und meinen Rhythmus und erreicht nach 700 Metern in 15 Minuten den Ausstieg.

Da ich im Training nicht Laufen konnte, lag mein Schwerpunkt beim Radfahren.
Die Radstrecke, 1 Runde mit 36 Kilometern, führt in den Schwarzwald und durch die Weinberge. Ich bin die Strecke bestimmt schon über 100 Mal gefahren. So kenne ich jedes Schlagloch und konnte es voll laufen lassen. Nach einer Stunde und vier Minuten war ich schon wieder in der Wechselzone im Stadion von Malterdingen.

Der Breisgau-Triathlon war früher berüchtigt, wegen der schweren und anspruchsvollen Laufstrecke. Diese wurde geändert. Es gibt zwar noch eine 3x zu bewältigende Rampe, doch beim Sprint sind die 5 Kilometer topfeben. Doch 4 Wochen ohne einen Laufkilometer? Im Jogging-Tempo bewältige ich die Distanz. Beim Laufen spürte ich bei jedem Schritt ein leichtes Ziehen. Begeistert war meine Wade danach nicht unbedingt!

Mit einer Zeit von genau 2 Stunden lief ich durch den Zielbogen. In meiner Altersklasse holte ich sogar den Sieg, erster von Zwei. Mein früherer Altersklassenkonkurrent, mit dem ich viele Jahre um den Sieg kämpfte, war schneller als ich, doch bereits in der AK 70.

Es lohnt sich dabei zu sein – im Breisgau!